16 Sep

Privat wird Park I: Grafik

Was kostet eigentlich öffentlicher Raum? Diese Frage wollten wir am Beispiel desTempelhofer Feldes beantworten und visuell ansprechend darstellen. Das war schwerer als gedacht. Dass die Kassen leer sind, ändert nichts an der Komplexität des Berliner Haushalts. So wenig Zahlen, so viel Recherche. Das Making Off.

Von Lena Kampf und Claudia Maier

 

Das Tempelhofer Feld in Zahlen - Privat wird Park (Quelle: siehe Grafik)

16 Sep

Privat wird Park III: Hintergrund

Weitblicken – auf dem Tempelhofer Feld, dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, geht das jetzt – und das mitten in der Stadt. Rund 74.000 Besucher pro Woche joggen, skaten, spazieren oder picknicken auf dem 380 Hektar großen Gelände, die Berliner Skyline immer in Sichtweite.

Von Lena Kampf und Claudia Maier

 

380 Hektar innerstädtische Premiumlage: Wenn ein Flughafen zu öffentlichem Raum wird, wollen alle was davon haben. Am Beispiel Tempelhof lassen sich also gut die Schwierigkeiten im Umgang mit neuem öffentlichen Raum – und auch die Kosten der Rekommunalisierung aufzeigen.

Vorbereitung

Damit überhaupt etwas auf dem Gelände entstehen konnte, mussten zunächst einige Flächen und Gebäude, die in Bundeshand waren, für insgesamt 39 Millionen Euro von der Stadt Berlin gekauft werden. Auch die Spuren des Flugbetriebs mussten entfernt werden – diese Rückbaumaßnahmen belaufen sich nach unseren Informationen auf mindestens 800.000 Euro.

Der Park steht

Die Planung des Geländes führt neben dem Senat für Stadtentwicklung der privatwirtschaftliche Träger Tempelhof Projekt durch – dieselbe Firma hat schon das Technologiezentrum Adlershof entwickelt. Zunächst mit 700.000 Euro vom Senat ausgestattet, seit 2011 bis 2021 mit 2,7 Millionen jährlich, verantwortet Tempelhof Projekt die Konzeptentwicklung für den ehemaligen Flughafen. Grün Berlin, eine landeseigene Gesellschaft betreut hingegen das einzige bisher im Haushalt eingeplante Projekt: Ein 250 Hektar großer Park. Den Zuschlag hat der Entwurf des niederländisch-schottischen Architekturbüros Gross Max erhalten, mit offenen Wiesenflächen, einem 60 Meter hohen Berg und einer Wasserlandschaft.

Gesetzt sind auch die internationale Gartenbauaustellung, die 2017 auf einem 90 Hektar großen Gelände vor den Hangars stattfinden wird, und die internationale Bauaustellung. Für beide Messen sind Budgets von 1,3 bzw. 1,5 Millionen Euro im Senatshaushalt eingeplant.

Die denkmalgeschützten Gebäude sind bereits zu 60 Prozent vermietet, außerdem werden die Hangars seit der Öffnung kurzfristig an Messen vermietet. Die Betriebs- und Unterhaltskosten sind 2011 dadurch fast gedeckt. Martin Pallgen, Pressesprecher vom Tempelhof Projekt, rechnet allerdings damit, dass 10 bis 15 Milliionen Euro in die Sanierung der Gebäude investiert werden müssen.

Unklar ist noch, welche Flächen auf dem Feld zusätzlich bebaut werden sollen. Es besteht noch kein Baurecht, sodass mit einem Baubeginn frühestens ab 2014 zu rechnen ist.

15 Sep

Privat wird Park II: Recherche

Was kostet eigentlich öffentlicher Raum? Diese Frage wollten wir am Beispiel Tempelhofer Feld beantworten und visuell ansprechend darstellen. Das war schwerer als gedacht. Das Making Off.

Von Lena Kampf und Claudia Maier

“Was Sie da von mir wissen wollen, kann ich nicht mal so eben am Telefon erklären – dafür studieren andere jahrelang Verwaltungswisseschaften!”, sagt Frau Renker und lacht. Mehrmals nahm sie sich die Zeit um uns die Haushaltsstrukturen beim Senat für Stadtentwicklung aufzudröseln. Sie ist dort als Landschaftsarchitektin für die Entwicklung des Tempelhofer Felds zuständig.

Ein Anruf reicht nicht

Nicht alle haben so geduldig Auskunft gegeben: Häufig sind wir bei unserer Recherche an Grenzen gestoßen – Grenzen der Auskunfsbereitschaft, der Zuständigkeit und Grenzen der uns zur Verfügung stehenden, lizenzfreien Technik. Zeitungsartikel, Kleine Anfragen an den Berliner Senat und Planungsdokumente, die wir online finden konnten, waren unsere ersten Quellen. So entstand der erste Überblick: wer, was, wie ist an der Umwandlung des Flughafens beteiligt.

Wer ist zuständig?

Schwierigkeiten bereitete unter anderem die wechselnde Zuständigkeiten. Außerdem ist Vieles noch unklar: Wie viel wird bebaut? Wie wird sich die Vermietung der Gebäude entwickeln? Was kostet die Umwandlung zum Park am Ende wirklich? Die Zahlen, mit denen wir arbeiten können also immer nur Näherungswerte sein.

Die Zahlen haben wir in einer Excel-Tabelle organisiert:

Die erste Visualisierung

Eine TreeMap bot sich an weil sie eine Darstellung der einzelnen Posten auf einen Blick ermöglichte und außerdem mit GoogleDocs möglich war. Das Ergebnis war enttäuschend: Die Darstellung erschien uns unzureichend, da vor allem die kleineren Posten kaum mehr erkennbar sind. Das Ziel, mit Hilfe der Visualisierung auf einem Blick einen Eindruck der Kosten zu bekommen haben wir mit Hilfe dieses Tools nicht erreicht. Abbilden möchten wir es hier trotzdem:


 

 
Was ist wichtig?

Dann haben wir es noch mal analog probiert: Auf eine Flipchart haben wir besonders aussagekräftige Daten angeordnet. Zusätzlich haben wir Vergleichsgrößen gesucht: Was kosten eigentlich andere Parks? Was bedeuten die Kosten auf die Zahl der Besucher umgerechnet? Dabei ist eine neue Visualisierung entstanden.