15 Sep

Ein Platz im Leben

Ein winziger Dorfplatz im Grünen, der Marktplatz einer brandenburgischen Kleinstadt und der Alexanderplatz mitten in Berlin. – Welche Bedeutung hat der zentrale Platz für das Leben seiner Anwohner? Was erleben sie dort und wie nehmen sie ihn wahr? Drei Menschen erzählen an drei verschiedenen Orten von ihrem Platz im Leben.

Von Antonia zu Knyphausen und Juliane Funkel

15 Sep

Lernen im Luisenbad

In den Berliner Bibliotheken kann man nicht nur Bücher ausleihen. Jeden Tag bieten Ehrenamtliche auch eine kostenlose Hausaufgabenhilfe für Jugendliche an. Die 18-jährige Sarah nutzt diese Möglichkeit regelmäßig. Sie hofft, dadurch ihre Abiturnote noch zu verbessern.

Von Juliane Funkel

 

Sarah in der Bibliothek

Zweimal pro Woche kommt Sarah zur Nachhilfe in die Bibliothek. - Foto: J. Funkel

Bücher, Zettel und Stifte liegen wild durcheinander. Hier wird eindeutig gearbeitet: Aufmerksam folgen Sarah, Aishe und die anderen den Erklärungen ihres Nachhilfelehrers. Um die kleine Gruppe herum stehen dichtgedrängt die Regale der Bibliothek am Luisenbad. Es ist ruhig in dem großen Raum, nur ab und zu hört man Stimmen und Schritte der anderen Besucher.

Zweimal pro Woche kommt Sarah nach der Schule hierher, um sich auf die Abiturprüfungen vorzubereiten. Die 18-Jährige hat Biologie als Leistungskurs gewählt. Nach ihrem Abschluss möchte sie Logopädin werden, um Menschen mit Sprachfehlern zu helfen.

 

Nachhilfe in der Bibliothek

Jeden Tag bieten die Berliner Bibliotheken kostenlose Nachhilfe an. - Foto: J. Funkel

Wie in vielen anderen Büchereien Berlins werden Schüler hier im Wedding kostenlos bei den Hausaufgaben unterstützt. Jeden Nachmittag geben Ehrenamtliche drei Stunden lang Nachhilfe in Mathematik, Englisch und anderen Fächern.

Sarah und ihre Mitschülerinnen freuen sich über dieses Angebot. Außerdem finden sie in der Bibliothek auch gleich die passenden Bücher zu allen Themen. Nur dass manche Besucher sich laut unterhalten, keine Rücksicht nehmen, stört Sarah hier.

Romane leiht sich die Schülerin selten aus. Ihre Freizeit verbringt sie lieber draußen, in Bewegung. Crosslauf, eine Sportart bei der man durch offenes Gelände rennt, ist eines ihrer liebsten Hobbys. Dafür braucht sie keine Nachhilfe: Bei Wettkämpfen ist sie immer vorne mit dabei.

 

 

13 Sep

Green Wedding

Gartenarbeit im öffentlichen Raum. In Berlin-Wedding bepflanzen Anwohner triste Flächen mit Blumen. Vorbild ist das “Guerilla Gardening”. Doch der Bezirk unterstützt die Aktion.

Weddinger Gartenfreunde verschönern das Straßenbild - Foto: J. Funkel

Von Sebastian Deliga und Juliane Funkel

 

Eigentlich geht “Guerilla Gardening” anders: Heimlich, still und leise müssten sich die Guerilla-Gärtner nachts durch die Stadtviertel schleichen – auf der Suche nach brachliegenden Flächen, die sie bepflanzen können. Umweltaktivisten wollten so ursprünglich ein Zeichen setzen – gegen öde Innenstädte und die Tristesse des öffentlichen Raums. Björn Scheffler und sein Team haben die Guerillagärtnerei weiterentwickelt: Sie wollen sichtbar sein und Unterstützer rekrutieren. Andere begeistern für die Arbeit an der Grasnabe.

Seminararbeit zu Wiesenansaaten

5000 dieser Tulpenzwiebeln sollen heute noch in den Boden - Foto: J. Funkel

Die Idee kam Björn Scheffler, Student der Landschaftsarchitektur, während einer Seminararbeit über Wiesenansaaten: Der 23 Jahre alte Hobbygärtner fand die Mittelstreifen der Schulstraße in seiner Wahlheimat Wedding zu kahl. Er beschloss: Die Straße am Leopoldplatz muss schöner werden. Seine Vision: Bunte Blumen sollen eines Tages den Platz zu einem Stadtparadies machen.

Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit

Björn Scheffler stellte sein Konzept der Stadtteilvertretung vor. Korn- und Mohnblumen, kombiniert mit Nelken und Schafgarbe – das war Schefflers Vegetationsplan. Die Politik stimmte zu – und Scheffler begann mit der Planung: Versicherung abschließen, Straßensperren organisieren, Sponsoren suchen – ein halbes Jahr Vorbereitungszeit begann. Andere begeisterte Gärtner wie Antje Meier stießen hinzu – zum ersten privat-öffentlichen “Guerilla Gardening”.

Kurz-Interview mit Antje Meier

Ihr seht beschäftigt aus. Was macht Ihr gerade?


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Warum machen Sie hier mit?


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Was halten Sie von “Guerilla Gardening”?


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Team-Chef Björn Scheffler - Foto: J. Funkel

Kurz-Interview mit Björn Scheffler
Was macht Ihr hier eigentlich?


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Warum gerade im Wedding?


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Müsste nicht der Bezirk die öffentlichen Flächen verschönern?


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Was treibt Sie an?


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